Bounce Rate

Bounce Rate

Die Bounce Rate (Absprungrate) ist der Anteil der Besuche, bei denen ein Besucher nur eine einzige Seite aufruft und die Webseite anschließend wieder verlässt. Sie wird in Prozent angegeben und gilt als Indikator dafür, ob der Inhalt die Erwartung erfüllt, mit der der Besucher gekommen ist.

Deutscher Begriff Absprungrate
Formel Besuche mit nur einem Seitenaufruf ÷ alle Besuche × 100
Einheit Prozent
Richtwert 25–40 % gilt als sehr gut, ab etwa 70 % besteht Handlungsbedarf
Wichtige Ausnahme Einzelseiten ohne Unterseiten haben systembedingt hohe Werte

Die Bounce-Rate (Absprungrate) ist eine wichtige Kennzahl für Webmaster. Sie erfasst das Verhalten derjenigen Besucher, die einen einmaligen Seitenzugriff innerhalb einer Sitzung auf einer Webseite ausführen. Als Bounce oder Absprung wird demnach eine kurze Interaktion bezeichnet, die in den allermeisten Fällen keine Conversion zur Folge hat.

Ein solches Verhalten lässt darauf schließen, dass die Webseite keinen Mehrwert für den betroffenen Besucher darstellt. Webseiten, bei denen die Mehrzahl der Besucher die Seite nach dem initialen Besuch wieder verlässt, haben demnach eine hohe Bounce Rate. Für den Webmaster bedeutet dies, dass er seine Seite inhaltlich optimieren sollte.

Eine niedrige Bounce Rate weist hingegen darauf hin, dass ein großer Anteil der Besucher sich intensiver mit dem Inhalt auseinandersetzt. Der Besucher verlässt die Seite erst, nachdem er mehrere Unterseiten besucht hat.

Die Bounce Rate wird in Prozent ausgegeben:

Anzahl Besucher mit nur einem Seitenzugriff / Anzahl Besucher gesamt * 100 = Bounce Rate in Prozent

Definition der Bounce-Rate

Bounce Rate in der Webanalyse

Webanalyse-Tools wie Google Analytics oder Matomo analysieren den Traffic und berechnen die Bounce Rate. Für den Webmaster ist die Kennzahl ein hervorragender Indikator, da sie eine Aussage zu der Relevanz des Inhalts für seine Zielgruppe trifft. Allgemeine Rückschlüsse können sein:

  • die Zielgruppe fühlt sich nicht angesprochen
  • Title und META Tag korrespondieren nicht mit dem Inhalt einer Seite

Im weiteren Sinne kann der Wert auch Rückschlüsse auf technische Mängel liefern. Ein einfaches Beispiel: Wenn eine Landingpage einen falschen oder keinen Link auf die Zielseite setzt, ist die Absprungrate der eingehenden Besuche sehr hoch. Zu erwarten wäre hier ein Wert, der deutlich über 90 % läge.

Bounce Rate vs. Besucher-Session

Für jeden Besucher, der auf eine Webseite zugreift, startet Google Analytics eine Sitzung (Session). Das Zeitfenster dieser Sitzung beträgt 30 Minuten. Die Sitzungsdauer bezeichnet die Zeit, die ein Besucher zwischen dem ersten und letzten Seitenaufruf verbringt. Eine Session gilt als beendet, wenn zwischen zwei aufeinanderfolgenden Einblendungen mehr als 30 Minuten vergehen. Hierbei ist es egal, ob sich der Besucher mehrmals auf derselben Unterseite oder auf zwei verschiedenen Unterseiten bewegt hat. Es gilt: für das Messen einer Sitzungsdauer sind mindestens 2 aufeinanderfolgende Seitenaufrufe notwendig.

Für eine Sitzung, die nur aus einer Impression besteht, kann keine Sitzungsdauer gemessen werden. Die Dauer beträgt demnach 0 Sekunden und der Besucher gilt als abgesprungen, auch wenn der eigentliche Aufenthalt auf der Webseite länger angedauert hat. Die Wahrnehmung des Besuchers durch diese eine Einblendung kann aufgrund technischer Unzulänglichkeiten nicht berücksichtigt werden.

Wichtig ist festzuhalten: Eine Verweildauer, die größer ist als 0 Sekunden, wirkt sich positiv auf die Bounce Rate aus.

Der Einfluss der Bounce Rate auf SEO

Google empfiehlt, die Bounce Rate für die OnPage Optimierung immer im Blick zu halten. Dies ist nur folgerichtig, denn die sich hierdurch ergebenden Optimierungspotentiale sind zweifellos enorm. Ein direkter Einfluss auf das Suchmaschinenranking ist nicht nachgewiesen und umstritten. Allerdings ist es unter Berücksichtigung der Return-to-SERP-Rate naheliegend, dass das Verhalten der Besucher mitgewichtet wird. Das Bouncen der Besucher sollte vermieden werden.

Bounce Rate und Return-to-SERP-Rate

Die Return-to-SERP-Rate ist ein Indikator, der das Suchverhalten eines Besuchers auf Google oder anderen Suchmaschinen wiedergibt. Gemessen wird, wie oft und von welcher Seite ein Besucher nach einem angeklickten Suchergebnis wieder auf die Suche zurückkehrt. Dieser Wert gibt Google wichtige Rückschlüsse und wirft folgende Fragen auf:

  • Ist der Besucher mit dem Suchergebnis zufrieden?
  • Sind die Seiten, von denen er zurückgekehrt ist, für diese Suche themenrelevant?

Wer ein Ergebnis auf Google anklickt und sich entscheidet, zu der Suche zurückzukehren, zeigt sein Desinteresse an dem Ergebnis. Für Google könnte es naheliegend sein, ein öfter auftretendes Desinteresse in zukünftigen Rankingergebnissen zu berücksichtigen. Wer also eine hohe Bounce Rate über Google Referrer verzeichnet, ist angehalten, hier schnellstens nachzubessern. Anderenfalls könnte ein schlechtes Google Ranking die Folge sein.

Die Return to SERP kann von Google demnach wie folgt interpretiert werden:

  • Das Suchergebnis liefert nicht das gewünschte Resultat, der Besucher präzisiert seine Suche über andere Keywords.
  • Das Suchergebnis liefert nicht das gewünschte Resultat, der Besucher sucht weiter auf anderen Webseiten.

In beiden Fällen liefert der Besucher nur einen Seitenaufruf. Es wird angenommen, dass der Besucher die Seite direkt verlässt. Google wertet dies als negatives Signal.

Nicht jeder Traffic ist guter Traffic

Ein typischer SEO-Fehler, den viele Webmaster begehen: sie setzen falsche META-Angaben. Die META Title und Description werden auf Google ausgewiesen und verleiten Besucher, einen Eintrag anzusteuern. Ein Besucher, der über Google gewonnen wurde, ist jedoch immer auch ein enttäuschter Besucher, wenn er auf der Webseite andere Infos vorfindet als die, welche ihm über Google versprochen wurden.

Dieser Besucher wird die Webseite wieder verlassen und sehr wahrscheinlich nicht wiederkehren. Grundsätzlich müssen META-Angaben den Inhalt einer Seite immer wahrheitsgetreu wiedergeben. Die Webseite muss ausschließlich durch ihren Inhalt überzeugen, von Clickbait muss abgesehen werden. Eine kurzfristig gesteigerte Klickrate nützt nichts, wenn die gewonnenen Besucher sofort wieder abspringen.

Was ist eine gute Bounce Rate?

Ein Wert zwischen 25 und 40 Prozent wird als sehr gut eingestuft und bleibt in umkämpften Themenfeldern meist den Marktführern vorbehalten. Werte zwischen 40 und 55 Prozent sind der Normalfall. Ein Wert von 70 Prozent oder mehr ist hingegen ein schlechtes Zeichen: Hier besteht in der Regel dringender Handlungsbedarf.

Berechnung der Bounce Rate und Einordnung des Werts von sehr gut bis kritisch

Diese Werte gelten natürlich nur als Faustregel. Je nachdem, welches Ziel die Seite verfolgt, kann die Norm deutlich abweichen. Eine Einzelseite ohne Unterseiten hat per Definition einen sehr hohen Wert — für den Besucher gibt es keinen Grund, sich auf ein und derselben Seite weiterzubewegen.

Gründe für eine zu hohe Bounce Rate

Ausbleibende Interaktionen auf einer Webseite sind ein deutliches Warnsignal. Die Gründe hierfür sind vielfältig, typische Faktoren sind:

  • Fehlerhaftes Tracking
  • Schlechtes Design
  • Ungenügende oder nicht vorhandene mobile Responsiveness
  • Inkompatibilität mit bestimmten Browsern
  • Schlechte Usability und User Experience
  • Schlechte META Title und Description
  • Langsame Ladezeiten
  • Fehlerhafte Verlinkungen von der Landing Page zu den Unterseiten
  • Schlecht umgesetzte Semantik
  • Irreführende Keywords
  • Irreführende Werbung oder Ads
  • Zu viel Werbung

Tipp: mobiler Traffic wird immer wichtiger. Die mobile Responsiveness lässt insbesondere bei älteren Webseiten oft zu wünschen übrig. Dabei ist die Aufmerksamkeitsspanne eines mobilen Nutzers wesentlich geringer. Die Besucherbindung muss noch schneller erfolgen, denn der erste Eindruck einer Seite ist oftmals entscheidend.

Bounce Rate verbessern

Die Berücksichtigung der oben genannten Faktoren begünstigt mehr Interaktion und damit eine niedrigere Bounce Rate. Wie bereits erwähnt, ist eine stringente OnPage Optimierung auch hier von überragender Bedeutung.

SEO-Optimierungen sind jedoch auch sehr zeitintensiv. eBesucher bietet über die Surfbar ein Feature, mit dem sich die Absprungrate verbessern lässt. Mit der Besucher-Session kann ein Besucher eine Seite mehrfach hintereinander besuchen. Die Besucher-Session steht allen Werbenden zur Verfügung. Du kannst zudem mehrere Unterseiten bewerben, die einem bestimmten Besucher nacheinander gezeigt werden.