URL
Was ist eine URL?
Eine URL (Uniform Resource Locator) ist die eindeutige Adresse einer Ressource im Internet. Sie besteht aus dem Protokoll, dem Domainnamen und dem Pfad und ist in RFC 3986 normiert. Umgangssprachlich ist damit meist eine Internetadresse gemeint, mit der eine Webseite im Browser aufgerufen wird.
| Steht für | Uniform Resource Locator, deutsch etwa "einheitlicher Ressourcenzeiger" |
|---|---|
| Normiert in | RFC 3986 der Internet Engineering Task Force (IETF) |
| Bestandteile | Protokoll, Subdomain, Domain, Top-Level-Domain, Pfad, Parameter |
| Erlaubte Zeichen | A–Z, a–z, 0–9, Bindestrich und Unterstrich; Reserviertes in Prozentdarstellung |
| SEO-Empfehlung | sprechend, klein geschrieben, mit Bindestrichen, unter 100–150 Zeichen |
URL Definition
Die Bezeichnung URL ist eine Abkürzung des englischen Begriffs Uniform Resource Locator. Übersetzt bedeutet dies einheitlicher Ressourcenzeiger. Umgangssprachlich ist zumeist eine Internetadresse gemeint. Mit dieser kann beispielsweise eine Webseite im Browser aufgerufen werden. Es ist auch möglich, Server mittels einer URL über andere Protokolle anzusprechen. Dies können zum Beispiel das File Transfer Protokoll (FTP) oder das unter Windows verbreitete Server Message Block (SMB) sein. Die Abkürzung URI, für Uniform Resource Identifier, wird oft synonym verwendet.
Streng genommen ist die URL eine Variante der URIs. Die andere Variante ist der URN (Uniform Resource Name). Die wörtliche Übersetzung des der URL zugrunde liegenden Begriffes Locator (Zeiger) ist männlich. Der Duden erlaubt aber, URL als weibliches Hauptwort zu verwenden.
Aufbau einer URL
Eine URL muss nach einem festgeschriebenen Schema aufgebaut sein. Dies ist notwendig, damit sie von jedem Gerät im Internet aufgerufen werden kann. Das verwendete Betriebssystem oder der Browser spielen keine Rolle. Normiert wurde dies von der Organisation Internet Engineering Task Force (IETF). In ihrer Veröffentlichung RFC 3986 sind der Aufbau, erlaubte Zeichen und weitere Details beschrieben. Eine Beispieladresse könnte wie folgt lauten:
https://www.ebesucher.de/marketing-lexikon/was-ist-eine-url
Bei einer URL spielen die Sonderzeichen und Endungen eine besondere Rolle:
- der Doppelpunkt trennt die Bestandteile Schema (hier https) und Schema-spezifischer Teil (alle anderen Elemente der Adresse)
- der doppelte Schrägstrich beschreibt, dass der nachfolgende Teil zum vorangestellten Protokoll gehört
- der einfache Schrägstrich trennt Bestandteile wie das Verzeichnis oder Unterordner im Pfad ab.
- die Dateiendung: Eine URL kann mit dem Pfad auch immer auf eine Datei verweisen, die nicht direkt im Browser angezeigt werden kann. Beispiele für Dateien: .zip, .pdf oder .mp3.
Es müssen nicht immer alle Bestandteile vorhanden sein. Wenn ein Verzeichnis etwa keine Unterordner oder keine Startseite benennt, wird automatisch die hinterlegte Startseite aufgerufen. Auch können weitere Elemente enthalten sein. Nach dem Domainnamen "Beispieladresse.de" kann mit einem Doppelpunkt ein abweichender Port angegeben werden. Ohne diese Angabe wird automatisch der Standard-Port des Protokolls verwendet.
Der Domainname wird rückwärts gelesen. Die Endung ".de" beschreibt die Top-Level-Domain. Hiermit ist der Verwalter aller Adressen mit dieser Endung gemeint. Bei diesem wird die vorangestellte Adresse, hier der Begriff "beispieladresse", registriert. Diese wird auch Second-Level-Domain genannt. Die Zeichenfolge www bezeichnet den Nutzerbereich auf dem Server und ist die Third-Level-Domain. Alle Bestandteile nach dem ersten einfachen Schrägstrich können vom Administrator der Webseite benannt werden.
Domainnamen müssen innerhalb einer Top-Level-Domain einmalig sein. Der Verwalter der Domain ordnet diese einer IP-Adresse zu und sorgt für die Bekanntgabe innerhalb des Domain-Name-Systems (DNS). Vergleichbar ist dies mit einer Postadresse. Diese besteht ebenfalls aus mehreren Teilen. Den Orten werden Postleitzahlen zugeteilt, die einmalig sein müssen. Diese entsprechen damit der Top-Level-Domain. Wird ein neues Haus in einem Ort gebaut, bekommt der Bauherr Straßenname und Hausnummer zugeteilt. Dies wäre der Domainname. Ob und wie er seinen Briefkasten bezeichnet, ist schließlich Sache des Bewohners. Dieser Part entspräche den Angaben nach dem ersten einfachen Schrägstrich der URL.
Was ist ein Netzwerkprotokoll?
Die Art des Zugriffs auf einen Server ist technisch genau festgelegt. Hierfür gibt es Netzwerkprotokolle. Bekannte Beispiele hierfür sind das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) und dessen verschlüsselte Variante Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS). Diese beiden Protokolle werden nahezu ausschließlich im Bereich des Internets für den Aufruf von Webseiten angewendet. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Protokolle. Für den Empfang von E-Mails sind beispielsweise das Post Office Protocol (POP) und Internet Message Access Protocol (IMAP) gängig.
Die Protokolle sind verantwortlich für die Kommunikation mit dem Server. In ihnen wird festgeschrieben, in welcher Form Anfragen gestellt werden müssen. Dies betrifft beispielsweise die Formatierung der Adressen für gewünschte Ressourcen und die Kodierung der Inhalte. Auch die Übertragungsart wird festgelegt. Die Handhabung von Fehlern ist dort ebenfalls beschrieben. Die Fehlermeldung Error 404 - Not found ist beispielsweise die Meldung des HTTP-Protokolls über eine nicht gefundene Webseite.
Erlaubte URL-Parameter
Zunächst einmal ist zu beachten, dass nicht alle Zeichen in einer URL verwendet werden dürfen. Wie bereits erwähnt, gibt es reservierte Sonderzeichen, beispielsweise den Schrägstrich. Verwendet werden können die Buchstaben von A-Z in Groß- und Kleinschreibung. Weiterhin können die Zahlen 0-9 eingesetzt werden. Von den Sonderzeichen dürfen der Bindestrich (-) und der Unterstrich (_) Anwendung finden. Zudem können, durch ein Fragezeichen getrennt, weitere Parameter an eine URL angehängt werden.
Dies sind in der Regel Schlüssel-Wert-Paare, wie zum Beispiel Abfragen oder übermittelte Inhalte von Formularfeldern. Hier werden weitere reservierte Zeichen benötigt. Das Ampersand (&) oder das Semikolon (;) trennen mehrere Parameter. Das Gleichheitszeichen (=) weist einem Schlüssel einen Wert zu. Möchte man in diesem Kontext reservierte Zeichen übertragen, müssen diese in der sogenannten Prozentdarstellung übertragen werden. Hier steht beispielsweise die Zeichenfolge %3A für den Doppelpunkt und %20 für das Leerzeichen.
SEO-freundliche URL-Struktur
Nachdem der Frage "was ist eine URL?" nachgegangen wurde stellt sich nun die Frage, wie man eine optimale URL erstellt. Wichtig zu wissen: Nicht nur die Inhalte einer Webseite sind entscheidend für die Suchmaschinen-Optimierung. Google bewertet auch die Struktur einer URL. Hierbei sind Einfachheit und Lesbarkeit die wesentlichen Kriterien. Vermeiden sollte man kryptische oder dynamische Inhalte, in die beispielsweise Session-IDs eingepflegt sind. Die folgenden Tipps sollten für eine SEO-freundliche Struktur beachtet werden.
Sprechende URLs
Es ist immer besser, wenn die URL bereits einen Rückschluss auf den Inhalt zulässt. Dies ist anwenderfreundlicher. So lässt sich die Adresse http://koch-blog.de/rezepte/kirschtorte leicht merken und intuitiv in den Browser eingeben. Zudem verärgert man nicht unnötig Nutzer, die eine Adresse manuell verarbeiten wollen. Sprechende URLs richten sich gezielt an die gewünschte Zielgruppe!
Das Gegenteil von einer sprechenden URL wäre folgendes Beispiel: https://beispielwebseitexyz.de/?productid=1234. Diese URL verrät dem Besucher nicht, was sich hinter dem Link befindet. Neben Buchstaben werden viele Sonderzeichen und Zahlen ausgegeben. Die URL könnte eine gefährliche Datei laden und für den Besucher ist es kaum möglich sich die Internetadresse zu merken.
Sprechende URLs werden außerdem öfter verlinkt. Webmaster vermeiden es hingegen, kryptische Verlinkungen auf ihrer Seite zu platzieren. Mit einer sprechenden URL steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Webseite wertvolle Backlinks erhält.
Maximale URL Länge beachten
Microsoft gibt für seinen Internet Explorer eine maximale URL-Zeichenlänge von 2083 an. Auch Google weist darauf hin, dass eine maximale Länge von unter 2000 Zeichen Vorteile birgt. Dies entspricht etwa einer halben Seite eines Word-Dokuments. Dies sollte man nur ausschöpfen, wenn es einen zwingenden Grund dafür gibt.
Ein verwandter Sonderfall betrifft Adressen, in denen die eigentliche Ansicht hinter einem Rautezeichen steht: Sie gelten für Suchmaschinen als eine einzige URL — mehr dazu im Artikel JavaScript-SEO.
Zu beachten ist, dass Suchmaschinen Unterordner von Webseiten nur bis zu einer bestimmten Tiefe durchsuchen. Daher sollten zumindest die für eine Suchmaschinenoptimierung vorgesehenen Inhalte nicht in den Tiefen von Unterordnern versteckt werden. Empfehlenswert sind zwei bis maximal fünf Unterebenen. Zudem macht es Sinn, auf kurze und prägnante Bezeichnungen zu achten. Die gesamte URL sollte möglichst nicht länger als ca. 100-150 Zeichen werden.
SEO-Keywords in URL berücksichtigen
Es ist sinnvoll, Keywords in der URL zu nennen. Gleichzeitig sollte das Keyword in der H1 Überschrift der Seite vorkommen. Die Seite hat beim SEO Ranking auf Google oder anderen Suchmaschinen dann Vorteile. Es erhöht die Chance, dass die Seite in der Suchmaschine weit oben gelistet wird. Zudem ist es für den Nutzer einprägsamer, eine URL zu verwenden, die seinen gesuchten Begriff enthält.
Überflüssige Wörter und Großbuchstaben vermeiden
Aus vielen Gründen sollte man unnötige Wörter in URLs vermeiden. Die URL soll sachlich und kompakt sein. Mit den notwendigen Bestandteilen erreicht sie in der Regel ohnehin schon eine gewisse Länge. Zudem wirken Füllwörter und unnötige Informationen unprofessionell. Man sollte in der URL grundsätzlich nur Kleinbuchstaben verwenden. Dies ist zwar formell nicht vorgeschrieben. Webserver werden aber häufig auf Linux-Betriebssystemen betrieben. Diese unterscheiden zwischen Groß- und Kleinschreibung. In diesem Fall sorgt ein falsch eingegebenes Zeichen dafür, dass die Seite nicht erreichbar ist.
HTTPS statt HTTP für besseres Ranking
Das HTTP Protokoll war bis vor einigen Jahren das Standard Web-Protokoll. Lediglich Banken oder andere wichtige Institute nutzten HTTPS. Dies hat sich jedoch geändert. In der heutigen Zeit sollten sensible Informationen wie Passwort oder Nutzername immer verschlüsselt übertragen werden. Je nach persönlichem Empfinden können schon aufgerufene Inhalte von Webseiten zu diesen schützenswerten Daten gehören. Aus diesem Grund ist immer eine Verbindung über das HTTPS Protokoll zu bevorzugen. Es gilt auch als erwiesen, dass die Nutzung von SSL-Zertifikaten im Rahmen des HTTPS für eine bessere Einstufung in Suchmaschinen sorgt.
Lesbarkeit optimieren: Bindestrich statt Unterstrich
Der Unterschied besteht für Google darin, dass ein Bindestrich Wörter trennt und ein Unterstrich die Wörter verbindet. Durch Bindestrich separierte Worte werden getrennt indexiert. Worte, zwischen denen ein Unterstrich steht, werden als zusammengehörig angesehen. Darüber hinaus spielt es für die Suchmaschinenoptimierung keine Rolle, welches Zeichen verwendet wird.
Die Lesbarkeit wird durch Bindestriche jedoch besser gewährleistet. Unterstriche sind in Links leicht zu übersehen. Oft werden Verknüpfungen unterstrichen angezeigt. Dann sind Unterstriche schlecht zu erkennen und sorgen womöglich für großen Frust, wenn ein Nutzer vergeblich versucht, die Adresse im Browser einzugeben. Auch im Rahmen der OnPage Optimierung, sind Bindestriche also zu empfehlen.
Die richtige Top-Level-Domain wählen: .DE statt .Click
Es gibt länderspezifische Top-Level-Domains, wie de und at. Zudem sind generische Top-Level-Domains verfügbar. Am bekanntesten ist com, die ursprünglich für kommerzielle Anbieter gedacht war. Weitere Beispiele sind org und net. In der Anfangszeit des Internets gab die Endung Aufschluss über die Zielrichtung des Inhabers. Zwischenzeitlich gibt es diesbezüglich aber keine Beschränkungen mehr.
Generell wirken länderspezifische Top-Level-Domains vertrauenswürdiger. Entsprechend werden diese bei den Suchmaschinen auch besser eingestuft. Bei den generischen Top-Level-Domains setzt man möglichst auf die etablierten Anbieter. Exotische Endungen können im Zweifel abschreckend auf Nutzer wirken. Eine .click-Domain ist weniger vertrauenswürdig als eine .de-Domain.
URL kürzen: Wofür brauche ich einen URL-Shortener?
Es ist möglich, lange URLs durch einen Kurz-URL-Dienst oder URL-Shortener zu kürzen. Hierbei handelt es sich um Dienste, die für eine URL eine kürzere Alternativ-URL bieten. Dies kann nützlich sein, wenn Links weitergegeben werden sollen. Diese bleiben kurz und gut lesbar. Zudem verschwenden sie keine unnötigen Zeichen. Bei Social-Media-Anbietern ist die Anzahl der verwendbaren Zeichen je Beitrag beschränkt. Durch eine Kurz-URL spart man dort viel Platz für wichtigen Content — allerdings verliert man damit auch die Möglichkeit, UTM-Parameter sichtbar mitzugeben.
Ein Nachteil von gekürzten URL ist allerdings, dass für den Nutzer nicht mehr gleich erkennbar ist, welche Domain er aufruft. Dies kann zu Misstrauen führen. Für eine Suchmaschinenoptimierung ist darauf zu achten, dass die HTTP-Methode 301 (permanente Umleitung) vom Dienst verwendet wird. Die HTTP-Methode 302 (vorübergehende Umleitung) kann sich negativ auf das Ranking auswirken.
URL bei Google anmelden
Google durchsucht und indexiert das Internet in bestimmten Abständen automatisch mit sogenannten Crawlern. Um sicherzugehen, dass die eigene Seite dabei nicht übersehen wird, kann man sie aktiv bei Google indexieren. Hierfür ist ein Nutzer-Konto bei Google erforderlich. Es empfiehlt sich, die eigene Seite über die Search Console zu indexieren. Somit wird die Seite schneller gecrawlt.
Über die Google Search Console wird die Domain überwacht. Google liefert hier für die SEO-Analyse wichtige Daten, wie etwa die über die Google Suche erfolgte Klickrate und Anzahl an Besuche. Sollte die Webseite Fehler aufweisen, warnt Google den Webmaster auf Wunsch auch per E-Mail.
Werbung für URL buchen
Insbesondere neue URLs brauchen oft lange Zeit, um bekannt zu werden. Die Indexierung verläuft langsam und Google rankt die Seite erst mal auf einer niedrigen Position, weil sie neu ist. Wer eine URL ohne Umwege bekannt machen will, muss also in der Regel erst einmal Werbung buchen. Auf eBesucher lässt sich Werbung für eine URL, eine Webseite oder Domain buchen. Hierfür kann Werbeguthaben erworben werden. Die Werbekampagne wird vom Werbenden eigenständig über das Portal für Werbetreibende angelegt.
Das Werbeguthaben kann in Echtzeit erworben werden und die Werbekampagne lässt sich direkt anlegen. Es gibt drei Werbeformen, die Surfbar, Klick-Anzeigen und Tasks. Für jede Werbeform kann eine eigene Werbekampagne angelegt werden. Bei der Surfbar und den Klicks bietet der Werbende mit einem Gebot auf einen Webseitenbesuch. Der höchstbietende Werbende erhält den Besuch, alle anderen Werbenden können in der nächsten Auktion zum Zug kommen. Das Auktionssystem erfolgt vollautomatisch und ermöglicht, dass auf Wunsch sehr viele Besucher pro Tag und URL vermittelt werden können.